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Unterricht am anderen Ort

Klasse 5a auf Segeltour

Donnerstag, 2.5.2019

Um 9:15 sammelte sich unsere Reisegruppe am Bahnhof Hennigsdorf. Für alle Kinder war es ein Aufbruch ins Ungewisse, doch freudige Spannung überwog die Furcht bei Weitem. Auf der dreistündigen Bahnfahrt zeigte sich die erste Herausforderung im Leben ohne Smartphone – Langeweile. Mit einigen Spielen und Gesprächen konnten wir diesen Teufel jedoch bezwingen. In  Stralsund wanderten wir vom Bahnhof zum Hafen, einige großen Reisetaschen erforderten dabei Teamarbeit. Je näher wir dem Hafen kamen, desto mehr stieg die Anspannung. Plötzlich ragten vor uns zwei Masten in den Himmel: Die Petrine, unsere Basis für die kommenden 9 Tage. Wir verluden unsere Sachen, bezogen die Kammern und Kojen und lernten Jochen, unseren Skipper, kennen. Da wir uns in den kommenden Tagen selbst versorgen wollten, brachen wir mit allen Kindern gemeinsam zum Einkauf auf. Stralsund zeigte sich von seiner nordischen Seite, es regnete und stürmte auf dem Weg zum Supermarkt. Wir schlüpften im Netto unter, teilten uns in drei Gruppen und sausten durch die Gänge, um unsere Verpflegung für die kommenden Tage einzukaufen. Vollbepackt zog unsere kleine Karawane zurück zum Schiff. Jasmin, Eric und Kilian kochten uns Spinat mit Kartoffelbrei und Würstchen.

Freitag, 3.5.2019

Eintrag ins Geschichtenheft von Kilian:

„Tag 2 auf der Petrine

Heute früh sind wir aufgestanden und haben Frühstück gemacht. Dann habe ich bei der Einweisung für die Rettungswesten sehr gut zugehört. Danach haben wir geangelt, es hat sehr viel Spaß gemacht. Ab jetzt wurde es ernst; wir mussten die Segel vorbereiten. Der Skipper hat ab diesem Moment den Motor gestartet und schon ging es los. Das Schiff ist aus dem Hafen gefahren. Wir hatten die Windstufe 8, die Wellen waren sehr hoch und alles hat gewackelt und schon sind die Tassen gefallen. Eine ist kaputt gegangen. Wir sind ungefähr 2 Stunden gesegelt. Als wir angekommen sind, haben wir angelegt und uns besprochen. Wir haben die Eltern von Frau Günther getroffen. Dann haben wir 10€ Taschengeld bekommen. Der Tag war richtig geil!“

Anmerkungen Betreuerteam:

Unsere erste Überfahrt von Stralsund nach Hiddensee war nicht nur für die Kinder ein kleines Abenteuer, auch alle Betreuer mussten sich in die Falle hängen, um dem Wind zu trotzen, die Segel zu hissen und zu reffen. Nach einem indisch inspirierten Abendbrot - es gab Curry und Reis, traditionell durften alle mit den Fingern essen – kam das erste Mal ein Gefühl von Segelreise auf. Der Wind pfiff um die Mastspitzen, einige kurze Schauer klopften mit nassen Fingern von außen an die Messe, das Boot schaukelte und quietschte am Kai. Wegen des erlebnisreichen Tages fielen jedoch alle Schiffsbewohner in einen tiefen und langen Schlaf.

Samstag, 4.5.2019

Nachdem wir gestern das erste Mal segelten, legten wir dem Wetter zuliebe einen Ruhetag auf der wunderschönen Insel Hiddensee ein. Die zweite Nacht auf dem Boot ging gegen 8 zu Ende, die Besansegelwache hatte Frühstücksdienst und bereitete allen einen leckeren Start in den Tag. Es wurde traumhaftes Wetter, die Frische des Morgens verzog sich und machte einer strahlenden Sonne Platz. Grüppchenweise gingen wir zum Strand und trafen dort einige Kinder der Hiddenseer Schule. Wir suchten Hühnergötter und machten einige Sportspiele, bevor wir weiter zum Sportplatz von Vitte zogen, um Fußball und Zweifelderball zu spielen. Dort grillten wir auch zum Mittag. Im Anschluss durften die Kinder in kleinen Gruppen alleine die Insel erkunden, die meisten zog es zurück zum Boot um zu angeln. Abends übten wir noch weitere Knoten, um auf die kommenden Segeltage vorbereitet zu sein. Alle Kinder schrieben ihre Geschichtenhefte und packten ein Brotbüchse, denn wir wollten an diesem Abend noch an die Steilküste gehen und anschließend eine Nachtwanderung zum Leuchtturm machen. Auf dem Weg dorthin lieferten wir uns ein Wettrennen mit einem Gewitter und der untergehenden Sonne. Der Weg führte am Strand entlang und anschließend in den Wald an der Steilküste. Die 5a gewann das Rennen und bestaunte andächtig, wie die Sonne rotorange strahlend im Meer versank. Wir setzten den Weg zum Leuchtturm fort, picknickten dort und kehrten durch die Dörfer zur Petrine zurück. Nach insgesamt  vier Stunden und mit sehr erschöpften Kindern kamen wir kurz nach elf am Schiff an.

Sonntag, 5.5.2019

Unsere lange Wanderung am vorherigen Abend ließen wir es heute ruhig angehen. Nach einem Frühstück um zehn bereiteten wir Schiff und Crew aufs Auslaufen vor. Sonnencreme, Schwimmweste und dicke Sachen gehörten zur Pflichtausstattung für alle Decksgänger. Unsere Fotografin Susanne Schwarz stieß jetzt auch zur Crew und bezog die vierte Koje im Betreuerzimmer. Gegen Mittag legten wir ab und nahmen Kurs Richtung Osten. Die Sonne knallte vom blauen Himmel und Bootsfrau Julia bereitete die Kinder auf die ersten Manöver vor. Am Nachmittag kamen wir in Ralswiek an. Die Kinder erkundeten die Umgebung, bestaunten die Kulissen der Störtebecker-Festspiele und einige begannen umgehend zu angeln. Etwas weiter im Landesinneren fanden wir einen Kletterbaum, der 1835 gepflanzt wurde und mit seinen viel verzweigten Ästen regelrecht dazu einlud, ihn zu erklimmen. Nach einem gemütlichen Ausklang des Tages, fielen alle ins Bett.

Montag, 6.5.2019

Heute sind wir aufgestanden. Einige Kinder haben verschlafen, wir frühstückten ohne sie. Wir wollten  Kurs Richtung Westen nehmen. Der Wind pustete kräftig, weshalb wir das Großsegel gerefft und die Fock setzten. Dabei mussten alle mitmachen, denn es ist gar nicht so leicht, die schweren Segel in die richtige Position zu bringen. Unterwegs bestaunten wir Regenbogenwellen. Weil so viele Kindern gerne Angeln und es Heringssaison ist, haben wir mitten auf dem Wasser unseren Anker geworfen. Doch der riss sich schon nach kurzer Zeit los, weshalb wir weiter segelten. In Vitte angekommen, haben wir unsere Bootsfrau Julia verabschiedet. Anschließend nutzten wir die Zeit im Hafen, um die Insel in kleinen Gruppen zu erkunden. Zum Abendbrot gab es Kartoffeln mit Quark. Bei kuscheligem Kerzenlicht hielten wir noch eine Komplimenterunde und Frau Franke erzählte uns allen eine leicht gruselige Gutenachtgeschichte.

(Weitere Fotos in der Galerie)

 
Kontakt
 

Grundschule NORD, Hennigsdorf

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